Anthroposophische Medizin

Die Anthroposophische Medizin beinhaltet ein integratives Diagnose- und Therapiekonzept, welches sich seit 1921 entwickelt hat und heute in über 60 Ländern praktiziert wird. Sie verbindet die naturwissenschaftlich-akademische Medizin mit der Anthroposophie Rudolf Steiners.
Die dadurch bewirkte Ausrichtung am Wesen des Menschen und seinen seelischen und geistigen Bedürfnissen macht diese Medizin so patientenzentriert und menschenfreundlich.

Es wird großer Wert darauf gelegt, den Patienten in umfassender Weise über seinen Zustand zu informieren und ihn aktiv am Gesundungsprozess zu beteiligen. Die anthroposophischen Heilmittel werden innerlich in den in der Medizin üblichen Darreichungsformen verabreicht, entweder als subkutane oder intravenöse Injektion oder in Form von Wickeln, Einreibungen, Teil- oder Vollbädern. Es werden Substanzen aus dem Pflanzen-, Mineral- und Tierreich homöopathisch oder speziell nach anthroposophisch-pharmazeutischen Richtlinien hergestellt.

Anwendungen von Rhythmischer Massage können den Gesundungsprozess unterstützen. Eine breite Verwendung finden auch künstlerische Therapien, die sowohl als psychotherapeutische Methode als auch gezielt bei organischen Erkrankungen eingesetzt werden.
Diese hochentwickelte Heilkunde sichtet umfassend und ganzheitlich ordnend das Gebiet der menschlichen Existenz hinsichtlich des ärztlichen Wirkens bzw. des Heilens.

Gesundheit, Krankheit und Heilung werden hier unter Berücksichtigung der Eigenschaften weiterer Organisationsebenen, genannt „Wesensglieder“, sowie deren gegenseitiger Abhängigkeit behandelt.

Der physische Leib des Menschen bildet hier sein von der Anatomie dargestelltes festes Gerüst, welches in realer Beziehung zu dem natürlichen Mineralbereich steht.

Die nächste Funktionsebene stellen die Vorgänge der Ernährung, des Wachstums und der Reproduktion dar. Sie werden in der Physiologie beschrieben und unterliegen den Gesetzmäßigkeiten des bis zu unserem Tod den leiblichen Zerfall überwindenden „Lebensleibes“, welchen wir mit dem Pflanzenreich gemeinsam haben.

Im Tierreich tritt erstmals auf, was hier als „Empfindungsorganisation“ bezeichnet wird – sie ermöglicht seelische Qualitäten wie Sympathie/Antipathie. Auf organischer Ebene bewirkt die Empfindungsorganisation Abbau und Ausscheidung. Spezifisch menschlich ist nur die Ich-Organisation als Grundlage für unser waches Selbstbewusstsein.

Das koordinierte Wechselspiel dieser Wesensglieder gewährleistet unsere gesunde Verfassung, die uns in der umgebenden Welt überleben lässt. Ist das Wechselspiel nicht ausgewogen, kommt es zu Missstimmigkeiten, zur Verstimmung und schließlich zu Erkrankung.

Der Weg zurück, das Wieder-Heilwerden, kann vermittels der Arznei geschehen, die Naturstoffe in den Erkrankten einführt, die das Wesen der kranken Veränderung in analoger Weise aufweisen.
Am Beispiel des Bienenstiches möchten wir dies darstellen: Das Wesen des Bienenstiches mit seiner lokalen Wärmeentwicklung und dem heißen Aufquellen und Stau des Gewebes als Analogon zum vergleichsweise ähnlichen Krankheitsbild wird etwa bei einem heißen, geschwollenen und schmerzhaften Gelenk genutzt.
Aber auch das besondere Verhältnis des Bienenvolkes zum jahreszeitlichen Rhythmus, dem Sonnenlicht und seiner Wärme, lässt Entsprechungen am Zustand des Menschen aufweisen, besonders den seines Nerven-Sinnessystems.