Augendiagnose

Die Augendiagnose ist eine der umfassendsten Möglichkeiten einer naturheilkundlichen Diagnose. Dabei wird das Grundsätzliche der therapeutischen Notwendigkeiten und Möglichkeiten durch den Befund bereits mitbestimmt. Konstitution, Diathese, Disposition, Reaktionstyp des Individuums, individuelle Neigung zu Erkrankungen, genetisch bestimmte Neigung zu bestimmten Erkrankungen, also die Bedingungen, welche Erkrankungen und Leiden zugrunde liegen, sind ein wesentlicher Teil dessen, was wir mittels Diagnoseverfahren ermitteln können. Aber auch der Zustand des Patienten, Vergiftungen, Stoffwechsel- und andere Funktionsstörungen und deren Folgen, bis hin zum Zustand energetischer und psychischer Leistungen, lassen sich dem augendiagnostischen Befund entnehmen.

Das Genotypische, was unserer Erbanlage zugrunde liegt und der Phänotyp, was der je einzelne daraus entwickelt hat, die biologisch erreichte Lebensphase, das sogenannte biologische Alter, also die ererbte und die erworbene Sachlage, ist im Auge erkennbar.

Selbstverständlich empfiehlt es sich, diese Diagnose als Hinweisdiagnose zu verstehen. Sie schickt den Behandler auf den Weg, nach bestimmten Störungen zu suchen, die sich durch weitere Untersuchungsmethoden verifizieren lassen.

Sie macht aber auch grundsätzliche Aussagen hinsichtlich der Stabilität, der Belastbarkeit, der Auffälligkeiten und weiterer Eigenarten einzelner Organe und der Körperfunktionen.

Im wesentlichen orientiert sich das Verfahren an den strukturellen und farblichen Eigenarten der Iriden. Dieser auch Regenbogenhaut genannte Teil der mittleren Augenhaut hat medizingeschichtlich sehr früh schon unsere Aufmerksamkeit erregt.

Das „Ablesen der Krankheit aus dem Auge“ ist vor 3000 Jahren schon ausgeübt worden.

Systematische Aufzeichnungen wurden allerdings in größerem Umfang erst im 20.Jahrhundert und besonders seit der Anwendung der fotografischen Dokumentation geübt. Ganz im Sinne empirischer Wissenschaft greift man auf viele hunderttausend Beobachtungen und Erfahrungen zurück, die in immer wieder kritischer Diskussion diese Diagnostik haben reifen lassen. Es wird immer wieder betont, daß das Erlernen dieser Methode eines jahrelangen intensiven Studiums am Menschen bedarf, und medizinisches Wissen Voraussetzung für deren Qualität ist.