Blutegel in der Naturheilkunde

Ein Wurm, der Blut saugt und bei uns Egel heißt, da liegt Ekel nahe. Doch der medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) ist ein Segen, sofern er kunstgerecht eingesetzt wird.

Und in vielen Fällen konnten Blutegel helfen, nachdem andere zuhöchst „fachärztliche“ Mittel versagten. So werden sie mittlerweile in der Unfall – und Wiederherstellungschirurgie an Kliniken eingesetzt. Und sie können sogar Bluthochdruckfolgen vermeiden.

Die Herkunft des Egels ist natürlich von einiger Bedeutung. Es gibt in Deutschland Zuchtstationen, deren Tiere von Tierärzten bescheinigt bekommen, dass sie aus gesicherten Biotopen stammen, nie zuvor an Menschen gesaugt haben können und frei von gesundheitsgefährdenden Keimen sind. Und es zählt eben auch zum „Kunstgerechten“ gesunde Tierchen aus hochwertiger Zucht zu benutzen.

Die Wirkung des Verfahrens ist vielfältig.

Nachdem das Tierchen sich durch für uns schmerzloses Durchbeißen der oberen Hautschicht Zugang zum Kapillarblut verschafft hat, sorgt ein von ihm injiziertes Sekret dafür, dass die Blutung nicht durch unsere Gerinnung gestoppt wird und dass es reichlich frisches Blut zu saugen gibt. Dieses Sekret bleibt in seiner Wirkung nicht auf das Gebiet des Bisses begrenzt. Die Durchblutungswirkung wird bis hin zu Herz und Gehirn getragen. Aber auch entzündungswidrigen Einfluss hat deren mitunter geradezu wunderwirkendes Sekret. Die Liste der damit geheilten Krankheitszustände ist lang, und reicht von Kopfschmerz bis kalte Füße. Auch sehr schwere und bedrohliche Gesundheitsstörungen konnten damit geheilt oder gelindert werden.

Die Kunst der Anwendung im rechten Falle am rechten Ort macht die Wirkung heilsam.