Schröpfen

Die Verwendung von Schröpfköpfen ist sehr alt, älter als Aderlass und Blutegelbehandlung. Ihre Vorgänger waren wohl das Aussaugen bzw. Ansaugen der Haut mittels des Mundes oder mit Hilfe eines Gegenstandes wie etwa eines Kuhhornes, dessen Spitze durchbohrt wurde.

An bestimmten Stellen des Rückens kennt der Heilkundige sogenannte Reflexzonen. Dort manifestieren sich Veränderungen im Bindegewebe aufgrund von Funktionsstörungen innerer Organe wie Nieren, Leber, Lunge oder andere Funktionseinheiten des Organismus.

Wir unterscheiden das sogenannte Trockenschröpfen und das blutige Schröpfen.

Die Trockenschröpfung erzeugt neben dem Ansaugen der unblutigen Körpersäfte und der damit verbundenen Konzentration und Dynamisierung derselben mitsamt deren Bestandteilen, eine Hyperämisierung, Mehrdurchblutung und kleine Blutgefässzerreissungen mit Entstehung vorübergehender Hämatome. Diese „blauen Flecken“ werden anschließend tagelang für gesteigerte Transportleistungen in den betroffenen Gebieten sorgen.

Dabei werden Prozesse aktiviert, die vermittels spezialisierter Körperzellen, Makrophagen, T-Helfer-Zellen, B-Zellen, Plasmazellen und Gedächtniszellen etc. und die Sanierung des Gebietes forcieren und dabei auch (innere) korrespondierende Prozesse anregen.

Bei blutigem Schröpfen werden darüber hinaus mittels kleiner Schnitte in die Haut Blutungen erzeugt, die im übermäßig blutgefüllten Gewebe für Entstauung und Entleerung nach außen drängender Körpersäfte sorgen.