Aktuelles

 

M. Frisch

 

Saarbrücken.
Verbandschef reagiert auf die Kritik von Professor Gottschling und wirft Ärzten vor, sie wollten sich nur Konkurrenz vom Hals schaffen.
Von Cathrin Elss-Seringhaus
Als einen Angriff auf seine Berufsehre empfindet Michel Frisch ein SZ-Interview, in dem der Homburger Palliativmediziner Professor Sven Gottschling die Abschaffung des Heilpraktiker-Berufes forderte. Frisch ist der Vorsitzende des Landesverbandes der Union Deutscher Heilpraktiker. Er vertritt rund 200 Heilpraktiker, insgesamt praktizieren nach seiner Schätzung etwa 800 Heilpraktiker im Saarland. Bundesweit sind es 40 000.
Sie wirken immer noch sehr aufgebracht?
FRISCH So viel Unsinn, vermischt mit Unwahrheiten, habe ich auf einer Zeitungsseite noch nie gelesen. Dass die Medien einem Hetzer eine Plattform für die Werbung für sein neues Buch bieten, kann ich nicht verstehen. Professor Gott¬schling hat überhaupt keine Ahnung, was Heilpraktiker täglich leisten. Er selbst praktiziert Akupunktur! Aber nur das, was er selbst gut findet, lässt er gelten.
So einfach ist es nicht: Professor Gottschling ist ein Experte, der Fischer Verlag ein renommierter Verlag. Gottschling hat wissenschaftliche Studien zur Alternativmedizin ausgewertet. Er vertritt keine Einzelmeinung: Heilpraktiker arbeiten auf einem Feld, das naturwissenschaftlich nicht gesichert ist.
FRISCH Stimmt. Schauen Sie mal, was vor 50 Jahren in der Medizin die Wahrheit war und was heute die Wahrheit ist. Das verändert sich permanent. Wir sind Erfahrungsmediziner. Wir haben keine Krankenkasse, die uns blindlings vertraut und uns die Kosten erstattet. Die Patienten bezahlen ihre Behandlung selbst. Wir haben bundesweit zwölf Millionen Patientenkontakte.
Mancher behauptet, die Patienten der Heilpraktiker seien Junkies? Sie würden abhängig von ihrem Therapeuten.
FRISCH Das habe ich in 26 Jahren Praxis noch nicht erlebt. Ich bin kein Guru, ich bin in der Schulmedizin aufgewachsen und habe überhaupt keine esoterische Ader. 85 Prozent meiner Kollegen kommen aus einem medizinischen Beruf, waren früher Krankenschwestern, Physiotherapeuten, sind hochqualifiziert. Ein weiterer großer Teil hat einen akademischen Abschluss, es sind Biologen, Pharmazeuten, Theologen, Physiker. Sie haben ihren Beruf aufgegeben, haben eine Praxis mit Kernkompetenzen aufgebaut und sehr viel Zeit mit dem Studium der Naturheilkunde verbracht. Außerdem haben Heilpraktiker die gleichen Sorgfaltspflichten wie Ärzte, was die Hygienestandards angeht, die Dokumentationspflicht, Patientenaufklärung und Medizingerätetechnik. Sie werden von Gesundheitsämtern kontrolliert und vom Gesundheitsministerium überwacht. Und es besteht wie bei den Ärzten eine Fortbildungspflicht.
Die Kritik macht sich ja auch weniger an der Behandlungspraxis fest. Es geht eher um die niedrigen Zulassungs-Kriterien: 25 Jahre alt, Hauptschulabschluss, kein Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis…
FRISCH Das sind die Minimalanforderungen. Die wenigsten haben nur die. Ich bin schon seit vielen Jahren daran, dass wir diesen Eingangs-Standard heben und auch die Prüfungsvoraussetzungen. Wenn jemand wie ein praktischer Arzt arbeiten soll, muss das Niveau der schriftlichen wie auch der praktischen Prüfung angehoben werden. Das heißt aber nicht, dass man ein gesamtes Medizinstudium ablegen muss. Ein Heilpraktiker muss sich nicht als Herzchirurg bewähren, sondern Naturheilverfahren beherrschen. Aber es müssten ihm bei der Prüfung die gleichen Leistungsanforderungen wie einem Allgemeinmediziner abverlangt werden. Dann würde sich ganz schnell die Spreu vom Weizen trennen, dann wären wir Fachleute auf gleicher Augenhöhe. Aber man will keine Konkurrenz.
Sie unterstellen wirtschaftliche Interessen?
FRISCH Ausschließlich. Das hat nichts mit Patientensicherheit zu tun. Was ist mit den 19 000 Toten, die laut AOK-Statistik jährlich durch ärztliche Behandlungsfehler ums Leben kommen? Die Haftpflichtversicherung für Heilpraktiker kostet 300 Euro. Wenn wir schlecht arbeiten würden, würden wir mehr Haftpflichtschäden verursachen und müssten höhere Summen zahlen. Für den praktischen Arzt kostet die Versicherung 8000 Euro. Den Ärzten geht es nur um sehr viel Geld, das man mit unseren Methoden verdienen kann.
Wie stehen Sie zum Vorschlag aus der Ärzteschaft, der 2017 als „Münsteraner Memorandum“ Schlagzeilen machte? Gefordert wird, den Heilpraktiker-Beruf abzuschaffen und dafür einen Fachpraktiker-Beruf einzuführen.
FRISCH Ich halte von dem gesamten Münsteraner Hexenverfolgungs-Kreis nichts. Es ist für mich unfassbar, dass Ärzte eine Verleumdungs- und Diffamierungskampagne gegen unseren Berufsstand fahren. Sie sollen unseren Beruf in Ruhe lassen. Wir haben unsere Standesorganisationen dafür. Es kann keinen Fach-Heilpraktiker geben. Denn den muss jemand Übergeordnetes kontrollieren. Das ist dann wie in den Kliniken. Die Ärzte hätten dann wieder die Macht über das Geld und die Verantwortungsgewalt.
Sie wollen keine Unterordnung?
FRISCH Nein, wir möchten nicht eine mit den Physiotherapeuten gleichgestellte Gruppe sein, denn sie sind Befehlsempfänger von Ärzten. Die Ärzte wollen den Heilpraktiker-Beruf abschaffen, um sich medizinisches Hilfspersonal zu schaffen. Viele Pflegekräfte flüchten aber doch aus den Kliniken. Es ist nicht immer die Überlastung oder die schlechte Bezahlung. Allzu oft ist es die Aberkennung der Leistung. Denn mit der gleichen Arroganz, wie man den Heilpraktikern begegnet, vergiften viele dieser Profilneurotiker ihren Krankenhausalltag.
Sie sprechen von Hexenjagd. Man hat das Gefühl, hier wird von beiden Seiten ein Glaubenskrieg geführt.
FRISCH Es wird ein gesamter Berufsstand diffamiert, und es werden auch Dinge miteinander vermischt. Oft geht es auch um berufsfremde Heiler, das ist unfair. Sie verstoßen gegen das Heilpraktiker-Gesetz. Viele machen unter dem Deckmäntelchen „Naturheilkunde“ Sachen, die wir als Verbände ablehnen.
Was muss passieren, um die Debatte zu beenden? Ist der Weg richtig, den die Politik beschreitet? Die Gesundheitsministerkonferenz hat 2018 eine grundlegende Reform beschlossen.
FRISCH Sie sollen uns vor allem arbeiten lassen. Sie sollen gesetzlich höhere Prüfungs-Standards festlegen und höhere Zugangsvoraussetzungen. Aber das ist nicht gewollt. Sie wollen nur, dass wir verschwinden. Wenn man das Argument einer minderen Ausbildung nicht mehr hat, was will man dann noch kritisieren?
Bereits 60 000 Allgemeinmediziner haben eine Zusatzqualifizierung in komplementären Methoden. Gottschling sagt, das macht Heilpraktiker überflüssig. Wie sehen Sie das?
FRISCH Das kann ja irgendwann mal der Fall sein, dann müssten die Ärzte aber nochmal drei Jahre Zusatzausbildung dran hängen oder man müsste aus ihrem Studium einiges rausschneiden. Ich bin skeptisch. Wenn man fünf, sechs Jahre den schulmedizinischen Weg gegangen ist, hat man ein ganz anderes Vorgehen und Denken trainiert.
Wie viel Speck nehmen Sie den Ärzten vom Brot?
FRISCH Es ist umgekehrt. Es gibt nicht wenige Ärzte, die mit unseren Methoden viel Geld verdienen. Sie bedienen sich und verlangen oft ein Vielfaches von dem, was wir verlangen.

 

Quellennachweis: Saarbrücker Zeitung vom 12.03.2019

 

 

 


 

Aktuelles zum Heilpraktiker Beruf-ein Beruf mit Zukunft!

 

Das Wichtigste zuerst:

Die Verbände sind aktiv, Lobbyarbeit ist das aktuelle Thema, wir investieren sehr viel Zeit in diese nun sehr wertvolle Arbeit. Alle Verbände, beispielhaft der UDH, FDH, FH, FVDH und der VDH, sowohl auf der Landes-, als auch auf der Bundesverbandsebene haben gemeinsam in nächster Zeit sehr viele Gesprächstermine mit Entscheidungsträgern und auch Personen die Negatives über unseren Beruf verbreiten. Im Anschluss an diese Gespräche werden wir weiter informieren. Es ist uns wichtig sinnvoll tätig zu sein und nicht einfach nur emotionale Meldungen zu verbreiten, dies passiert schon zu genüge.

Die Negativschlagzeilen und Nachrichten haben noch kein Ende gefunden.  Negative „Nachrichten“ über unseren Beruf weiter zu verbreiten, wie es gerade in den sozialen Medien geschieht,  empfiehlt sich nicht, deshalb unsere klare Empfehlung: sein lassen!

Zeitschriften zu kaufen in denen Nachrichten mit Schlagzeilen über die Naturheilkunde stehen, erhöht die Auflagen der Verlage und ermuntern die Zeitschriften nur weiter negativ über unseren Beruf oder die Naturheilkunde zu schreiben. Nachrichten im Nirwana verpuffen zu lassen ist die Beste Wahl, denn ohne Aufmerksamkeit werden sie ihr Ziel nicht erreichen und es sein lassen. Im Moment ist dies leider noch nicht absehbar.

Sogenannte Experten, die Informationen über unseren Beruf verbreiten, kann man schnell widerlegen. Nur ein Beispiel: „Heilpraktiker werden nicht kontrolliert“, stimmt nicht, denn das Gesundheitsamt ist unser zuständiges Kontrollorgan und kann unsere Praxen jederzeit kontrollieren –ein Beispiel von vielen. Die Empfehlung die wir an die Personen die sich über unseren Beruf so negativ auslassen geben ist, sie sollten besser recherchieren oder sich informieren und nicht versuchen, den Bürger in der Wahl seiner Gesundheitsvorsorge zu manipulieren und zu entmündigen. Jeder, der ein bisschen Einblick hat, wie auch all unsere Patienten, kann deren Argumente ohne sich anzustrengen widerlegen und erkennt deren Lächerlichkeit. Sogenannte qualitative Schreiben, die sich auf Vermutungen beziehen, sind weder wissenschaftlich, noch kann man sie ernst nehmen!

 

Wie gesagt die Gespräche laufen und viele Termine stehen an.

Liebe Kolleginnen und Kollegen lassen wir uns nicht verunsichern. Kehren wir zurück zur Alltagspraxisarbeit und informieren wir uns zu ernsthaften Neuerungen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und bilden uns weiter fort. Alles zum Wohle der Patienten die uns vertrauen und sich auf uns verlassen können. Dafür Zeit zu nützen lohnt sich!

 

Ein Beruf mit Zukunft!

 

Angelika Berse, Vizepräsidentin UDH

 

 


 

 

Stellungnahme der Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker zur Pressekampagne über Gefahren durch homöopathische Arzneimittel

 

In der Berichterstattung von Sterin-Online, Spiegel-Online, Zeit-Online u.a. Medien wird aktuell auf eine Warnung der amerikanischen Arzneimittelaufsichtsbehörde (FDA) vor homöopathischen Arzneimitteln die Belladonna (Tollkirsche) enthalten, verwiesen.

Wenn es Nebenwirkungen durch die stofflichen Bestandteile der Tollkirsche (z.B. Atropin) in diesen Arzneimitteln gegeben hat, dann ist ein Rückruf der Arzneimittel, eine Analyse der betroffenen Chargen und die Frage, wieso das Potenzierungsverfahren (Verdünnung, Schüttelung) nicht zu einer entsprechend unschädlichen Verdünnung geführt hat auch eine normale und sinnvolle Frage.

 

Die deutsche Bundesoberbehörde für die Zulassung und Registrierung homöopathischer Arzneimittel, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat dazu auch schon mitgeteilt, dass vergleichbare Fälle in Deutschland nicht denkbar sind, da sowohl im Verfahren der Zulassung und Registrierung die Grenzwerte der Potenzierung sicher stellen, dass keine schädlichen Nebenwirkungen möglich sind, als auch im Rahmen der Arzneimittelüberwachung und Kontrolle der Herstellung.

 

Auch für homöopathische Arzneimittel gibt es spezielle Expertenkommissionen beim BfArM, so die Kommission D und die Homöopathische Arzneibuchkommission, die die Regeln für herstellung und Anwendung homöopathischer Arzneimittel festlegen und in denen neben den Vertreter der Hochschulen für die Bereiche Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie auch Vertreter der homöopathischen Heilpraktiker und Ärzte eingebunden sind.

 

Wenn man all diese Sicherheitsinstrumente in Deutschland anschaut, würde also von der Schlagzeile über den bedauernswerten Tod von zehn Kindern übrig bleiben, dass hier anscheinend ein amerikanischer Hersteller möglicherweise einen Produktionsfehler hatte.

 

Was geschieht aber statt dessen? Es wird erneut eine Kampagne gegen homöopathische Arzneimittel los getreten, und nachdem die ganzen Angriffe über die vermeindliche Unwirksamkeit bzw. reine Placebowirkung, was angesichts der Wirkung bei Säuglingen und Tieren ja ziemlicher Unsinn ist, anscheinend den Homöopathiegegnern nicht ausreicht, nun eine Gefahrenkampagne begonnen.

 

Es ist schade, das anscheinend auch „seriöse“ Medien solche Berichterstattung nötig haben.

 

 

Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker
Arne Krüger, stellv. Sprecher

 

 

 

 


 

Spätestens zum 31.12.2017 werden die neuen Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern/Innen im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Dies wurde am 30.06.2016 auf der  89. Gesundheitsministerkonferenz in Rostock einstimmig beschlossen. Das Ziel ist hier ein deutlich verbesserter Patientenschutz, da bisher die Anwendung der lediglich empfohlenen Leitlinien recht uneinheitlich angewendet wurden und dementsprechend die Durchführung der Kenntnisüberprüfung teils unterschiedlich verlief. Dies darf durchaus als positive Entwicklung in die richtige Richtung bewertet werden. Der DDH (hier durch Herrn Christian Willms vertreten) hat sich in Gesprächen mit dem BMG sowie dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung und anderen Gesundheitspolitikern auf Bundesebene eingebracht. Die Gesetzesänderung wurde am 1.12.2016 vom Bundestag verabschiedet und tritt zum 1.1.2017 in Kraft. Bei der Erarbeitung der Leitlinien werden die Länder beteiligt.

Dies bedeutet für uns, dass an ein Zurücklehnen nicht zu denken ist, sondern unsere Arbeit auf Landesebene gerade erst beginnt. Alle Landesverbände sind aufgefordert das Gespräch mit den Politikern zu suchen und sich in die Diskussion einzubringen. Hier sollte der Tenor auf einer  guten Zusammenarbeit liegen, da wir Heilpraktiker sicherlich als kompetenter Berater zur Ausarbeitung dieser Leitlinien beitragen können und auch die Politiker von unserer fachlichen Kompetenz profitieren könnten. Eine bundesweite faire Heilpraktikerkenntnisüberprüfung mit konsequent durchgeführten Richtlinien führt in der Ausbildung zu einem festen Standard und bietet auch für den zukünftigen Patienten Sicherheit.

 

Hartmut Lockenvitz

UDH BV

Präsident

 

 

 


 

4.Politik Café, Sa 17.09.2016

Heilpraktiker im Fokus! Was ist geschehen?

 

 

 

Bild Artikel Florian Berse

 

Unter dem Motto:

  • Die Stärken unseres Berufsstandes nach Außen tragen
  • Mit den anwesenden Politikern diskutieren
  • Zeigen, dass wir am Erhalt  und einer positiven Entwicklung  unseres Berufstandes interessiert sind

 

fand das 4. Politik-Café auf den 34. Süddeutschen Tagen der Naturheilkunde, in Fellbach statt.

 

Nach einer Eröffnungsrede und kurzer Vorstellung der Podiumsteilnehmer, durch Angelika Berse, Vorsitzende des Landesverbandes und Vize-Präsidentin des Bundesverbandes der Union Deutscher Heilpraktiker, begann das bisher best besuchteste Politik-Café. In dem bis zum letzten Platz besetzten Uhlandsaal begann Herr Hartmut Lockenvitz, Präsident des Bundesverbandes der Union Deutscher Heilpraktiker und 1. Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen mit seinen Einführungsworten.

Herr Lockenvitz informierte alle Anwesenden über die aktuellen Presseberichte, in denen der Heilpraktiker Berufsstand an den “Pranger“ gestellt wird. Nach den bedauerlichen Todesfällen in einer naturheilkundlichen Krebsklinik in Brüggen-Bracht ist die Diskussion um die Tätigkeit von Heilpraktikern auf allen Ebenen entbrannt, obwohl die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Krefeld und der zuständigen Polizei Mönchengladbach noch nicht abgeschlossen sind. Leider fordern vermeintliche Experten, bis hin zu hohen Politikern der Parteien in diesen Berichten neue Gesetzte und bezeichneten Heilpraktiker unter anderem als Scharlatane, welche in einer Blackbox agieren ohne staatliche Kontrolle.

Herr Lockenvitz stellte aber vor allen anwesenden sichtlich beeindruckten Politikern eindeutig klar, dass der Heilpraktiker nicht im rechtsfreien Raum arbeitet. Tätsächlich wurde gegenteilig klar, dass sehr viele Gesetze und Verordnungen das Berufsbild und die Tätigkeit des Heilpraktikers betreffen, so z.B. das Heilpraktikergesetz, das IfsG, das Arzneimittelgesetz, die Patientenrechteverordnung, das Heilmittelwerbegesetz sowie vieles mehr. Ebenso wurde nochmal auf die schwierige praxisnahe Ausbildung eingegangen, welche nicht nur durch die hohe Durchfallquote bei der schriftlichen und mündlichen Prüfung zeigt, welche Hürde eine Person auf sich nehmen muss, um Heilpraktiker zu werden. Nur mit einem umfangreichen Wissensschatz, angefangen bei der Anatomie des Menschen über viele Krankheitsbilder und Differenzialmethoden ist es möglich, die komplexen Fragestellungen in der mündlichen Prüfung beantworten zu können.

Nach den einführenden Worten des UDH Präsidenten begleitet durch eine Power-Point-Präsentation, begann eine sachliche Diskussion mit den anwesenden Politikern.

Mit Frau Friedlinde Gurr-Hirsch Mitglied des Landtags von der CDU, war zum ersten Mal eine Staatssekretärin beim Politik-Café vertreten. Frau Gurr-Hirsch ist Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Sie versprach die diskutierten Themen auf Bundesebene anzusprechen. Dabei betonte sie, dass es in Zukunft wichtig ist, die Berufsverbände als wahre Experten bei gesetzlichen Entscheidungsprozessen mit einzubeziehen und weiter Gespräche zu suchen. Ihre Haltung zum Berufsstand war sehr positiv.

Herr Rainer Hinderer, Mitglied des Landtags und gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, war in diesem Jahr eindeutig besser über den Berufsstand der Heilpraktiker informiert und möchte einen nachhaltigen Kontakt und Dialog mit den Berufsverbänden pflegen. Er schätze die Arbeit der Heilpraktiker vor allem in der präventiven Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Durch den Vergleich mit Handwerkern stellte er in positiven Worten das Fachwissen der Heilpraktiker hervor und differenzierte sich von Forderungen der Akademisierung des Berufsstandes.

Herr Hinderer betonte, dass Heilpraktiker als Ergänzung der Schulmedizin weiterhin einen hohen Wert in der Gesundheitsversorgung der Gesellschaft darstellen.

Um Heilpraktiker besser bei politischen Entscheidungsprozessen einzubinden und um eine Änderung der Sichtweise seitens der Politik zu erhalten, ist eine enge Verbindung mit Vertretern der Politik vor allem auch auf Bundesebene weiter anzustreben und auszubauen.

 

Herr Jochen Haußmann, Mitglied des Landtags, und gesundheitspolitischer Sprecher der FDP stärkte die Meinung der anwesenden Heilpraktiker, da seine Partei an den bestehenden Gesetzen und Verordnungen festhalten möchte um die Therapiefreiheit der Heilpraktiker sowie die praxisnahe Ausbildung zu erhalten. Wie auch im vergangen Jahr stellte sich Herr Haußmann als eindeutiger Unterstützer des Berufsstands der Heilpraktiker dar. Der FDP Politiker reist in diesem Zusammenhang nach Nordrhein-Westfalen und wird sein Fachwissen über den Berufstand der Heilpraktiker nutzen, um seine Parteigenossen zu informieren. Das Ziel dieser Reise ist, dass der Antrag seiner Parteigenossen nochmals überdacht wird.

 

Zusammenfassend ist zu erwähnen, dass nach den jüngsten Vorfällen in Nordrhein-Westfalen und den daraus resultierenden Presse-Berichten, es dringend notwendig ist, die Bevölkerung und Bundespolitik aufzuklären. Dies wiederum ist nur durch einen ständigen Dialog zwischen den Heilpraktiker Berufsverbänden und der Politik auf Bundesebene möglich.

 

Ein Bericht von Florian Berse

 


 

Der Heilpraktiker im Fokus

 

Die Nachricht über den Tod mehrerer Patienten, die ein Heilpraktiker verursacht haben soll, hat uns sehr getroffen. Tatsächlich den Schmerz der Betroffenen zu erfassen, fast unmöglich, wenn ein schwerer Weg der Suche nach Linderung und Heilung so endet - Ihnen gilt in allererster Linie unsere Zuwendung -  so sprechen wir unser herzliches und aufrichtiges Beileid allen Hinterbliebenen aus und wünschen ihnen viel Kraft für die Zeit des Abschiedes und der Trauer.

Nach den bedauerlichen Todesfällen in einer naturheilkundlichen Krebsklinik in Brüggen-Bracht ist die Diskussion um die Tätigkeit von Heilpraktikern auf allen Ebenen entbrannt, obwohl die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Krefeld und der zuständigen Polizei Mönchengladbach noch nicht abgeschlossen sind.

Die Todesfälle in der Praxis sind im höchsten Maße tragisch für die Betroffenen sowie deren Angehörigen. Das Schlimmste was passieren kann ist ohne Frage, wenn ein Patient durch Unterlassung notwendiger Maßnahmen respektive durch falsche Maßnahmen zu Schaden oder gar ums Leben kommt.

Der Verdacht, dass der Einsatz von 3-Bromopyruvat für die Todesfälle verantwortlich ist, wird durch die zuständigen Behörden geprüft.

Die Äußerungen und die Berichterstattung zu diesem Fall sowie über unseren Berufsstand sind weder neutral noch sachlich. Pressemitteilungen, die nun das ganze Tätigkeitsfeld der Heilpraktiker in Frage stellen, sich auf fehlende Ausbildung und lasche Handhabung von Prüfungen und Gesetzen beziehen, rücken das ganze Berufsbild in ein schlechtes Licht. Selbst einige Politiker fühlen sich berufen auf eine Reformierung oder gar Neuauslegung des Heilpraktikergesetzes zu pochen. Dazu ist auch zu sagen, dass die Vermischung mit anderen Heilberufen („Heiler“) vollkommen falsch ist!

 

Hier sollte einmal klar und sachlich über Sinn und Unsinn solcher Forderungen geredet werden.

Der Heilpraktiker lebt nicht im rechtsfreien Raum - viele Gesetze und Verordnungen betreffen das Berufsbild und die Tätigkeit, so z.B. das Heilpraktikergesetz, das IfsG, das Arzneimittelgesetz, die Patientenrechteverordnung und das Heilmittelwerbegesetz und vieles mehr. Zu den Pflichten des Heilpraktikers gehören u.a. natürlich die Sorgfaltspflicht, die Pflicht zur Aufklärung und der Dokumentation. Ferner besteht Weiterbildungspflicht etc.

Nicht jeder darf sich Heilpraktiker nennen, die Öffentlichkeit weiß meist nicht, dass es ein "überprüfter Beruf" ist. Für die Überprüfung ist klar festgelegt welches Wissen in Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Differentialdiagnose und mehr man mitbringen muss. Die Heilpraktikerkenntnissüberprüfung ist Voraussetzung für die Berufszulassung. Wenn man bedenkt, dass hier bis zu 70% der Anwärter im ersten Anlauf scheitern, sollte man sich von dem Gedanken befreien, dass diese Prüfung leicht ist und hier schon ein gerüttetes Maß an Fachkenntnis gefordert ist.

Aber worüber reden wir hier:

Wir reden über Missachtung von Gesetzen, der Überschreitung von Grenzen durch eine einzelne Person die ohne Frage, wie man auf der Webseite  erkennen kann, das Anliegen hat sich Tumorpatienten und schwerstkranken Menschen als Spezialist anzubieten.

Sollten sich die Vorwürfe und Vermutungen gegen den Heilpraktiker bewahrheiten, so muss dies mit aller Konsequenz und Härte beurteilt werden, denn dies wäre ein klarer Verstoß gegen die Berufsordnung und Berufsethik des Heilpraktikers, der sich mit seinem Gewissen und seiner Person mit auf größtmöglicher Sorgfalt unabdingbar dem Wohle und Heil des Patienten unterwerfen muss.

Es wäre grundverkehrt Verfehlungen eines einzelnen Heilpraktikers auf den gesamten Berufstand zu übertragen, wie es ja auch nicht bei Ärzten, Kranken- oder Altenpflegern in der Vergangenheit geschehen ist. Heilung ist immer ein sehr komplexes Thema und in jedem Berufszweig, der mit der Heilung von Krankheiten zu tun hat, gibt es leider schwarze Schafe.

Ganz wichtig ist es im Moment auf die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft zu warten, dann die Verstöße des Einzelnen zu ahnden und nicht einen ganzen Berufsstand zu diskreditieren der von der Bevölkerung geachtet und gewünscht ist.

Hier ist das Wichtigste die sachliche Auseinandersetzung im Interesse der Patienten. Auch das gelegentlich angedachte Schweizer Modell der Naturheilkundigen 1 : 1 auf den Heilpraktiker zu übertragen, weist ganz erhebliche Schwächen auf, da die Schweizer Naturheilkundigen zu keiner Zeit mit der Therapiefreiheit des Heilpraktikers ausgestattet waren.

Genau diese Therapiefreiheit hat den Heilpraktiker zu dem gemacht was er ist, nämlich zu einem Ansprechpartner dem Millionen Patienten vertrauen, die ihn regelmäßig konsultieren und für die er wesentlicher Bestandteil des Gesundheitswesens ist. Der Heilpraktiker ist ohnehin durch Behandlungsverbote (siehe z.B. IfsG) sowie durch den Ausschluss von rezeptpflichtigen Arzneien und Betäubungsmitteln und weiteren Maßnahmen eingeschränkt. Ihn als arztgleich darzustellen ist somit nicht ganz richtig.

Die Berufsverbände stellen den Heilpraktikern qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung zur Verfügung. Die bisherige Gesetzeslage ist klar und der einzeln tätige Heilpraktiker kennt und achtet seine Grenzen und arbeitet eigenverantwortlich zum Wohle des Patienten.
Daher sehen wir keine Notwenigkeit das bestehende Heilpraktikergesetz durch ein Neues zu ersetzen.

 

Union Deutscher Heilpraktiker Bundesverband
Der Vorstand

 

Hartmut Lockenvitz                                                       Angelika Berse

 

 

 

 

 


 

Anpassung der Meldpflicht im IFSG seit Mai 2016

 

Seit Mai 2016 gibt es eine Anpassung des IFSG. Diese beziehen sich auf die Meldeflichten der § 6 & 7.


Die Verordnung zur Anpassung finden Sie >HIER<

 


 

Bayerisches Gesundheitsministerium: Osteopathie ist nicht teilbar und darf von Physiotherapeuten auch nicht auf ärztlicher Verordnung ausgeübt werden.

[24.02.2016]

 
Mitte Dezember hatten hpO und der Verein Osteopathen in Hamburg gemeinsam die Gesundheitsminister der Länder angeschrieben und Argumente gegen die Ausübung der Osteopathie durch Physiotherapeuten zusammengetragen.
 
Nun liegt eine Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vor, dass diese Position teilt und zusätzliche Argumente aufführt.
 
Zum vollständingen Artikel geht es >HIER<